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Stromsparen: Erst messen, dann handeln

Es gibt viele Möglichkeiten, den Stromverbrauch im Haushalt zu reduzieren. Man kann stromsparendere Geräte anschaffen, man kann Geräte wirklich ausschalten, statt sie im Standby-Modus zu betreiben. Man kann sein Verhalten verändern, wirklich nur die Geräte anschalten und benutzen, die man wirklich unverzichtbar braucht, und vieles andere mehr. Da man selten alles auf einmal verändern kann oder möchte, ist es sinnvoll, zunächst mal herauszufinden, wo der meiste Strom verbraucht wird, oder auch wo er den geringsten Nutzen erzielt. Unter Zuhilfenahme eines Strommessgerätes lässt sich zum Beispiel herausfinden, ob sich der Stromverbrauch stärker reduzieren lässt, wenn man eine neue Waschmaschine kauft oder ob es nicht vielleicht doch mehr bringen würde, die Unterhaltungselektronik mit einer abschaltbaren Steckerleiste zu versehen und sie damit nachts und während der Arbeitszeiten wirklich auszuschalten.

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Es kann durchaus sein, dass man mit so unterschiedlichen Investitionen wie einer neuen Waschmaschine oder einer neuen Steckdosenleiste vergleichbare Einsparungen erzielen kann, je nach den individuellen Gegebenheiten.

Strommessgeräte oder Energiekostenmessgeräte

Um die Einsparmöglichkeiten feststellen zu können, muss zunächst der Verbrauch der einzelnen Geräte gemessen werden. Dazu braucht man ein Strommessgerät oder einen Energiekostenzähler.

Natürlich hat jeder Haushalt ein Strommessgerät, den üblichen Stromzähler. Dieser misst aber nur den Gesamtverbrauch, nicht den Verbrauch einzelner Geräte. Um diesen Einzelverbrauch feststellen zu können, ist ein transportables Strommessgerät sinnvoll. Dieses wird in die Steckdose gesteckt und das zu messende Gerät dann in das Messgerät eingesteckt. Bei den meisten Strommessgeräten kann man den Preis je Kilowattstunde einstellen und dann zeigen sie nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die Stromkosten an.

Je seltener ein Elektrogerät benutzt wird, um so länger sollte man die Messung ausdehnen, um den tatsächlichen Verbrauch pro Zeiteinheit, am besten pro Jahr, abschätzen zu können. Denn während zum Beispiel eine Kaffeemaschine zwar deutlich weniger Strom verbraucht als eine Waschmaschine, so wird sie doch im Allgemeinen deutlich öfter benutzt. Eine Veränderung der Gewohnheiten beim Kaffeekochen kann also unter Umständen zu größeren Einsparungen führen als eine Veränderung der Waschgewohnheiten.

Strommessgeräte kann man bei den Verbraucherzentralen und bei manchen Versorgungsunternehmen gegen eine Kaution ausleihen. Sie sind aber auch in der Anschaffung nicht wirklich teuer, für längere Messreihen kann sich ein eigenes Gerät durchaus lohnen.

Die Strommessgeräte unterscheiden sich, vor der Anschaffung sollte man sich also erkundigen, ob das Wunschgerät auch tatsächlich den eigenen Anforderungen genügt, zum Beispiel in Hinblick auf die Messgenauigkeit oder die exakte Erfassung sehr geringer Verbräuche.

Durchführung der Messung

Der Messvorgang an sich ist einfach. Man steckt die Geräte an der Steckdose zusammen und nach einer gewissen Zeit liest man die Messwerte ab. Um aber einen sinnvollen Vergleich der gemessenen Werte anstellen zu können, sollte man nicht einfach drauflosmessen, sondern es systematisch angehen. Dazu legt man einen Messzeitraum fest, zum Beispiel einen Tag oder eine Woche. Je länger dieser Messzeitraum ist, um so besser sind die Ergebnisse hinterher interpretierbar. Praktisch muss man aber Kompromisse machen, wenn man nicht viele Messgeräte einsetzen möchte.

Die gemessenen Werte rechnet man dann hoch auf einen vergleichbaren Zeitraum, am besten auf ein Jahr. Es ist aussagekräftiger, Werte zu vergleichen, die sich auf ein Jahr beziehen, als wenn man zum Beispiel einmal Kaffeekochen mit einmal Wäschewaschen vergleicht. Versuchsweise kann man dann andere Verhaltensweisen ausprobieren, zum Beispiel die Waschmaschine nur dann anzuschalten, wenn sie wirklich voll ist. Bei ausreichend langer Messung lässt sich der Effekt einer solchen Veränderung dann anhand der gemessenen Zahlen feststellen.

Wenn man immer auf einen Vergleichszeitraum hochrechnet, dann kann man auch sehr unterschiedliche Tätigkeiten und Elektrogeräte miteinander vergleichen. Es lässt sich feststellen, ob es sinnvoller ist, jeden Abend sämtliche Unterhaltungselektronik auszuschalten oder ob man besser eine neue Waschmaschine kauft. Denn wenn es auch unter Energiesparaspekten am besten wäre, beides zu tun, so muss man doch im Alltag für gewöhnlich Kompromisse machen, man kann weder alles sofort kaufen noch sein Verhalten sofort komplett umkrempeln. Das Strommessgerät kann also wertvolle Hinweise geben, an welcher Stelle man am besten anfängt mit den Veränderungen.

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